Was ist Vibe Coding?
Der Begriff wurde Anfang 2025 vom KI-Forscher Andrej Karpathy geprägt und beschreibt eine Art zu programmieren, bei der man einer KI in natürlicher Sprache sagt, was ein Programm tun soll, den erzeugten Code ausprobiert und in kurzen Schleifen nachbessert – ohne jede Zeile selbst zu schreiben oder im Detail zu lesen. Man folgt, so Karpathy, dem „Vibe“: Man beschreibt, lässt generieren, testet, korrigiert.
Inzwischen steht das Wort für ein breites Spektrum: vom Hobby-Prototyp, den jemand an einem Wochenende mit einem KI-Baukasten zusammenklickt, bis zur professionellen Softwareentwicklung, bei der KI-Werkzeuge den Großteil des Codes erzeugen und erfahrene Entwickler Architektur, Sicherheit, Tests und Betrieb verantworten. Beides heißt Vibe Coding – und genau das sorgt für Verwirrung.
Was sich für Unternehmen dadurch ändert
Der wesentliche Effekt ist wirtschaftlich. Individuelle Software war teuer, weil der Aufwand in der Handarbeit lag: jede Maske, jede Datenbanktabelle, jede Schnittstelle einzeln geschrieben. Wenn ein großer Teil dieser Arbeit maschinell entsteht, verschiebt sich der Aufwand auf das, was wirklich Wert schafft – zu verstehen, wie ein Betrieb arbeitet, ein sauberes Datenmodell zu entwerfen, Zugriffsrechte richtig zu setzen und die Anwendung so zu bauen, dass sie in fünf Jahren noch wartbar ist.
Für den Mittelstand heißt das: Eine Anwendung, die genau die eigenen Abläufe abbildet, ist nicht mehr Konzernen mit eigener IT vorbehalten. Ein klickbarer Prototyp entsteht in Tagen, ein produktives System in Wochen. Und weil die Software dem Unternehmen gehört, entfällt die Lizenz pro Nutzer, die bei Standardsoftware jedes Jahr wächst. Was das im Vergleich zu einer Abo-Landschaft bedeutet, zeigt die Seite SaaS-Alternative.
Wo die Grenzen liegen – und warum ein Prototyp noch keine Unternehmenssoftware ist
Ein KI-Baukasten erzeugt in einer Stunde etwas, das aussieht wie eine Anwendung. Ob es eine ist, entscheidet sich an Fragen, die im Prototyp nicht sichtbar sind: Wer darf welche Daten sehen? Was passiert bei zwei gleichzeitigen Änderungen? Wie werden Passwörter gespeichert, wie Backups gemacht, wie Fehler protokolliert? Wo laufen die Daten, und wer haftet, wenn etwas schiefgeht? Viele „vibe-gecodete“ Projekte scheitern nicht am Anfang, sondern beim Übergang in den echten Betrieb – ein ganzer Markt von Agenturen lebt inzwischen davon, solche Prototypen zu retten.
Wir nutzen KI-Werkzeuge für Geschwindigkeit, nicht als Ersatz für Verantwortung. Architektur, Datensicherheit, Tests, Dokumentation und Betrieb bleiben Handwerk. Der Code, den Sie erhalten, unterscheidet sich nicht von klassisch entwickeltem: dokumentiert, getestet, von jedem qualifizierten Entwickler weiterführbar. Für hochsensible Bereiche – Medizintechnik mit Personenbezug, kritische Infrastruktur – sprechen wir offen darüber, ob unser Ansatz geeignet ist oder zusätzliche Audits braucht.
Wie ein Projekt bei uns abläuft und was Sie am Ende in der Hand haben, beschreibt die Seite Individualsoftware.